Olympia-Stadion Berlin
Foto: Thorsten Krentzel

Die Top Vier haben es am 22. Spieltag in der Fußball-Bundesliga ordentlich krachen lassen. Während es Borussia Dortmund (4:0 gegen Eintracht Frankfurt), Bayern München (4:1 gegen Köln) und Borussia Mönchengladbach (4:1 gegen Fortuna Düsseldorf) gleich vierfach im gegnerischen Gehäuse klingeln ließen, begnügte sich RB Leipzig mit drei Treffern gegen Werder Bremen. Nach dem lockeren 3:0 gegen erschreckend harmlose Bremer grüßten die Sachsen am Samstag sogar von der Tabellenspitze. Der FCB ließ sich in der Sonntagspartie jedoch nicht beirren und zog wieder an den Leipzigern vorbei. Der lodernde Titelkampf geht also weiter! In unserem Bundesliga-Blog schauen wir drauf und richten den Blick auch in andere Sphären der Liga.

Alles über den 22. Spieltag in unserem Bundesliga-Blog

Im Bundesliga-Blog haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, ausschließlich die Geschehnisse auf dem Platz zu bewerten. Wenn jedoch der Hauptstadtklub Großes ankündigt und das Graue-Maus-Image abstreifen will, ist das für alle Fußballfans durchaus interessant. Es geht um Hertha BSC Berlin, den wohl „unerfolgreichsten“ Hauptstadtverein überhaupt in der Fußballwelt. In keinem anderen Fußball-Land besteht eine solche Konstellation, dass der Hauptstadtklub bei der Vergabe von Titeln überhaupt keine Rolle spielt. Ganz im Gegenteil: In Berlin hat man es sogar geschafft, in der jüngsten Vergangenheit gleich zweimal abzusteigen. In Fußballnationen wie Spanien, England und Frankreich undenkbar. Und damit sich dieser Zustand jetzt endlich mal ändert, wurde ein Großinvestor an Land gezogen und der „Big City Club“ ausgerufen.

Die Sehnsucht nach Erfolg

Großes entsteht natürlich nur, wenn Personen mit großer Strahlkraft am Werk sind, die allen das Gefühl vermitteln, hier in Berlin geht’s jetzt ab. Für diese Mammutaufgabe, von jetzt auf gleich aus einem biederen Bundesligisten einen Champions-League-Dauerbrenner zu machen, brachte Investor Lars Windhorst Jürgen Klinsmann ins Spiel, der fortan auch gleich mal die Cheftrainer-Position übernahm. Der ehemalige Bundestrainer mit Wohnsitz Kalifornien schaffte es zunächst, dass sich Hertha defensiv stabilisiert, allerdings blieben die spielerischen Elemente und das erhoffte Spektakel aus. Auch die Ergebnisse waren nicht immer so, dass die Hertha-Fans vor Glück aus dem Häuschen waren. Vielleicht hatte man sich zu sehr gewünscht, dass der Aufstieg zum europäischen Topklub schneller funktionieren würde, wenn viel Geld vorhanden ist und bekannte Persönlichkeiten am Werk sind.

Im Blog: Die Fußball-Bundesliga und ihre Geschichten

Wer sich jedoch Jürgen Klinsmann ins Haus holt, muss damit rechnen, dass er sich nicht unbedingt mit einer gewissen Hackordnung innerhalb eines Vereins anfreunden kann. Klinsmann möchte die Dinge gerne selbst bestimmen – und das war in Berlin wohl auch der Fall. Bei Hertha-Manager Michael Preetz kam das nicht gut an und der Verein verwehrte Klinsmann die alleinige Entscheidungsgewalt in sportlichen Fragen. Das Ende vom Lied, Jürgen Klinsmann ließ diese Majestätsbeleidigung nicht auf sich sitzen und kündigte kurz vor dem 22. Spieltag seinen sofortigen Rückzug vom Cheftrainer-Posten an. Seine offizielle Begründung: Fehlendes Vertrauen! Eine solche Geschichte hat es in der Fußball-Bundesliga wohl noch nicht gegeben. Wir sind jedoch froh, dass wir in unserem Bundesliga-Blog auch solche Storys näher beleuchten können.

Traditionsklub im freien Fall

In unserem Bundesliga-Blog schauen wir zwar auf alle Tabellenregionen, doch im Mittelfeld der Bundesliga passiert aktuell nicht allzu viel, deshalb widmen wir uns eher anderen Sphären. Unten geht es weiterhin knackig zu, sodass derzeit nicht abzusehen ist, wen es am Ende erwischt und in die zweite Liga führt. Der Bundesliga-Standort Bremen bleibt besonders! Dass die Werder-Verantwortlichen trotz einer Vielzahl „überschaubarer“ Darbietungen beharrlich an Trainer Florian Kohfeldt festhalten, ist außergewöhnlich. Einerseits ehrt es Frank Baumann & Co., dass sie den Misserfolg nicht allein am Trainer festmachen. Zumal Spieler wie Maximilian Eggestein und Davy Klaassen derart neben sich stehen und Woche für Woche Auftritte der Kategorie „fragwürdig“ abliefern, die für den Coach auch nicht mehr erklärbar sind.

Die Spitze und der Tabellenkeller nah beisammen

Echte Alternativen stehen dem jungen Bremer Trainer auch nicht wirklich zur Verfügung, sodass sich die Mannschaft eigentlich von allein aufstellt. So romantisch das Festhalten an Kohfeldt auch ist, diese Nibelungentreue zum Trainer kann jedoch auch geradewegs in die zweite Liga führen. Und das kann sich der Verein nun wahrlich nicht leisten. Es sieht derzeit so aus, als wenn es Werder in dieser Saison tatsächlich erwischen könnte, obwohl die Ambitionen vor der Saison ganz andere waren. Schlusslicht Paderborn (16 Punkte), Bremen und Düsseldorf (beide 17) sind ganz nah beieinander. Das Trio wird sich sicherlich über das Mainzer Remis (0:0) gegen Schalke auch nicht gerade gefreut haben. Der 1. FSV Mainz hat nun fünf Punkte Vorsprung in der Tabelle. Harte Zeiten für die drei Klubs im Tabellenkeller.

Unser Bundesliga-Blog ist am 23. Spieltag wieder da!

Oliver Krentzel